Interview mit dem Graffiti-Profi

Die 3-Schritt-Methode entscheidet

Am häufigsten sieht Udo Ernst Graffiti-Schäden dort, wo Gebäudebetreuer für viele kleinere Flächen
gleichzeitig verantwortlich sind und nicht jede Stelle ständig im Blick haben können. Klassiker sind Bereiche
mit direktem Zugang, oft schwach beleuchtet und ohne soziale Kontrolle. Wir sprachen mit dem
Reinigungs-Fachmann über präventiven Schutz und die Kunst der sicheren Entfernung.

Die GebäudePraxis: Herr Ernst, Sie sind seit vielen Jahren im Bereich Graffiti-Entfernung und Graffiti-Schutz aktiv. Wie sind Sie zu diesem hochspezialisierten Thema gekommen?

Udo Ernst: Das hat tatsächlich familiäre Wurzeln. Meine Eltern haben bereits seit 1980 einen Gebäudereinigungsbetrieb geführt, und ich bin quasi mit dem Thema Reinigung und Pflege von Untergründen aufgewachsen. Die Spezialisierung auf Graffiti kam dann vor mehr als 20 Jahren dazu. Schnell wurde mir klar, dass das ein Thema ist, das man nicht einfach „nebenbei“ mitmachen kann: Untergründe, Farbsysteme, Entfernungstechniken – das ist hochkomplex und erfordert ständige Weiterbildung. Das war für mich nie nur ein Job, sondern fast eine Berufung – gerade, weil man hier sieht, wie viel handwerkliches Können und technisches Verständnis hinter einer scheinbar einfachen Tätigkeit steckt.

Ihre Firma und Ihr Schulungskonzept sind TÜV-zertifiziert. Was steckt hinter der Qualifikation „Anwendungstechniker Anti-Graffiti mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation“?

Ernst: Wichtig zu wissen ist: Das ist eine personengebundene Prüfung, kein Firmenzertifikat. Der einzelne Mitarbeiter weist seine Qualifikation persönlich nach – das bleibt auch bei einem Arbeitgeberwechsel bestehen. Geprüft wird in Theorie und Praxis vor dem TÜV Rheinland: Theoretisch geht es um Untergründe, Farbsysteme, Entfernungstechniken und Arbeitssicherheit, praktisch muss der Teilnehmer eine Graffiti-Entfernung tatsächlich fachgerecht durchführen. Erst wenn beides bestanden ist, gibt es das Zertifikat.

Was sind die wichtigsten Grundlagen, die ein Hausmeister über Graffiti-Vandalismus wissen muss, bevor er überhaupt zum Reiniger oder zum Hochdruckgerät greift?

Ernst: Das Wichtigste zuerst: Man muss den Untergrund einschätzen können. Ist die Fläche beschichtet – also gestrichen oder lackiert – oder unbeschichtet, wie roher Naturstein oder Klinker? Das entscheidet komplett über das Vorgehen, denn ein chemischer Entferner kann nicht zwischen guter und böser Farbe unterscheiden – bei gestrichenen Flächen löst er oft auch die Fassadenfarbe mit an.

Zweitens hilft der sogenannte „Sinnersche Kreis“, um eine Entfernung richtig einzuschätzen. Er beschreibt vier Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen: Chemie, Mechanik, Zeit und Temperatur. Sind die Temperaturen niedrig, muss z. B. die Einwirkzeit verlängert oder eine stärkere Chemie eingesetzt werden, wenn es der Untergrund zulässt. Wer nur an einem Faktor dreht, ohne die anderen drei mitzudenken, bekommt selten ein gutes Ergebnis – das ist einer der häufigsten Fehler in der Praxis.

Drittens braucht es die richtige Kombination der Produkte. Es gibt nicht den einen Entferner, der alles löst – je nach Untergrund und Farbmittel kommen unterschiedliche Mittel zum Einsatz, und zwar in der richtigen Reihenfolge und Konzentration. Genau dafür gibt es die Drei-Schritte-Methode: Im ersten Schritt wird mit einem passenden Graffiti-Entferner möglichst viel Farbe gelöst und mit Heißwasser-Hochdruck ausgespült. Im zweiten Schritt entfernt ein Schatten-Entferner die Farbreste, die in porösen Untergründen zurückbleiben. Und im dritten Schritt werden mit einer Pigment-Bleiche letzte, hartnäckige Farbschatten beseitigt. Wer diese Reihenfolge nicht kennt und einfach mit dem erstbesten Mittel drauflosarbeitet, bekommt selten ein rückstandsfreies Ergebnis.

Und viertens: Temperatur und Einwirkzeit sind entscheidend – unter 15 °C reagiert die Chemie kaum, und der Untergrund muss trocken sein, sonst neutralisieren sich die meisten Entferner sofort. Genau diese Grundlagen vermitteln wir in unseren Schulungen, bevor es überhaupt an die Praxis geht.

Welche typischen Untergründe bereiten in der Praxis die größten Probleme?

Ernst: Ganz oben auf der Problemliste stehen Wärmedämmverbundsysteme, kurz WDVS. Die Fassadenfarbe sitzt hier nur auf einer dünnen, empfindlichen Putzschicht über der Dämmung. Löst der Entferner die Farbe mit an – was bei Acrylbasis schnell passiert –, muss nachgestrichen werden, und dabei kann die ganze Fläche unruhig wirken. Zudem verzeiht ein WDVS keinen zu hohen Druck beim Hochdruckreiniger, sonst drückt man die Dämmung regelrecht ein.

Naturstein, vor allem poröse Sorten wie Sandstein oder Travertin, ist die zweite große Problemzone. Die Farbe zieht tief in die Poren ein, und es bleiben fast immer Farbschatten zurück, die mehrfaches Nachbehandeln mit Schatten-Entferner und Bleiche erfordern. Gerade bei Denkmälern kommt erschwerend hinzu, dass man besonders schonend vorgehen muss, um die historische Substanz nicht zu schädigen.

Kunststoffe wie Plexiglas, PVC oder Polycarbonat sind die dritte Problemgruppe – hier ist es genau umgekehrt: Die Oberflächen sind so empfindlich, dass viele Standard-Entferner sie selbst angreifen oder eintrüben. Da braucht man spezielle, milde Produkte und sollte grundsätzlich immer erst eine Testfläche anlegen, bevor man großflächig arbeitet.

Was alle drei verbindet: Es gibt keine Standardlösung, sondern man muss jeden Untergrund einzeln bewerten – und genau da passieren in der Praxis die meisten Fehler.

Wie groß ist der Unterschied zwischen einer Entfernung auf ungeschützten Flächen und auf geschützten Flächen mit einem Anti-Graffiti-System?

Ernst: Der Unterschied ist enorm. Auf einer ungeschützten Fläche müssen wir die komplette Drei-Schritte-Methode durchlaufen: Graffiti-Entferner auftragen, mit Heißwasser-Hochdruck ausspülen, dann den Schatten-Entferner für die Reste in den Poren, und am Ende oft noch eine Pigment-Bleiche. Das kostet Zeit, Wasser, Personal und Material – und bei porösem Naturstein bleiben trotzdem oft leichte Schatten zurück.

Ein konkretes Beispiel: Wir betreuen Verteilerkästen, die mit einem permanenten Graffiti-Schutz beschichtet sind. Wird so ein Kasten besprüht, genügt es, mit einem Reiniger und einem Lappen über die Fläche zu wischen, denn die Farbe haftet nur auf der Schutzschicht, nicht im Material selbst. Kein Hochdruckgerät, kein Schatten-Entferner, keine Bleiche. Das dauert wenige Minuten statt Stunden, und die Schutzschicht hält dabei über 100 solcher Reinigungen aus, ohne erneuert werden zu müssen. Bei ungeschützten Verteilerkästen bleiben dagegen meistens Farbschatten zurück, die sich auch mit mehreren Reinigungsdurchgängen oft nicht mehr vollständig entfernen lassen. Genau deshalb empfehlen wir Kommunen und Betreibern immer: Wo Vandalismus häufig vorkommt, lohnt sich die Investition in einen Schutz – die laufenden Kosten sinken danach deutlich.

Oft sieht man fleckige Fassaden nach einer missglückten Entfernung. Was sind die häufigsten Fehler, die Hausmeister machen?

Ernst: Die häufigsten Fehler entstehen meist aus Zeitdruck oder Unwissenheit über den Untergrund. Ganz oben steht die falsche Chemie: Wird ein Säure-Reiniger eingesetzt, kann er den Untergrund regelrecht „verbrennen“, deshalb arbeiten wir grundsätzlich nur mit neutralen oder alkalischen Entfernern. Säuren auf Naturstein oder Putz sind eine der häufigsten Ursachen für sichtbare Verätzungen.

Zweitens: zu hoher Druck beim Heißwasser-Hochdruckgerät. Viele greifen reflexartig zur stärksten Einstellung, weil es schneller wirkt – aber auf Putz, in Fugen oder auf Beschichtungen drückt das die Oberfläche regelrecht auf oder sprengt sie ab. Das sind die typischen aufgeplatzten Stellen, die man später sieht.

Drittens werden Einwirkzeiten falsch eingeschätzt. Wird der Entferner zu kurz angesetzt, bleiben Farbpigmente zurück und man muss mehrfach nachbehandeln. Lässt man ihn zu lange einwirken oder trocknet er in der Sonne ein, zieht die gelöste Farbe oft noch tiefer in den Untergrund ein, statt sich zu lösen.

Und viertens: der völlig falsche Einsatz von Lösemitteln auf empfindlichen Oberflächen wie Kunststoff oder Lack – ohne vorherige Testfläche. Genau das führt zu den fleckigen, ungleichmäßigen Stellen, die man oft an Fassaden sieht. Eine kleine Probefläche vorher hätte den Schaden meist verhindert.

Gibt es aus Ihren Einsätzen „Worst-Case“-Beispiele, die zeigen, was man konkret falsch machen kann?

Ein Fall, der mir immer wieder einfällt, war eine Schule mit einer großflächig besprühten WDVS-Fassade. Der Hausmeister hat, in guter Absicht, mit einem handelsüblichen Lösemittel aus dem Baumarkt nachgeholfen, weil die Verunstaltung natürlich schnell entfernt werden sollte.

Das Ergebnis: Die Farbe war zwar weg, aber das Lösemittel hatte sich durch den Putz bis in die Dämmung gefressen – bei unseren eigenen Testreihen mit solchen Mitteln haben wir Schäden bis zu 9,0 cm tief in der Dämmung gemessen. Von außen sieht man davon erst mal nichts, aber die Wärmedämmung an dieser Stelle war komplett funktionslos. Am Ende musste die Dämmschicht großflächig erneuert werden – für ein paar Euro Lösemittel hat das am Schluss mehrere tausend Euro Sanierungskosten verursacht.

Ein weiterer Fall, der ein gutes Beispiel ist, war eine Natursteinfassade, die mit zu hohem Druck gereinigt wurde – ein Fehler, der immer wieder gemacht wird. Der Dienstleister wollte das Graffito möglichst schnell und gründlich entfernen und hat den Hochdruckreiniger praktisch auf Maximum gestellt. Das Ergebnis waren aufgesprengte Fugen und eine sichtbar aufgeraute Steinoberfläche – ein Schaden, der bspw. bei einem Denkmal kaum wieder rückgängig zu machen ist.

Sie empfehlen die sog. „Drei-Schritte-Methode“ zur professionellen Graffiti-Entfernung. Können Sie diese drei Schritte bitte erläutern?

Ernst: Die Drei-Schritte-Methode ist eigentlich unser Standardvorgehen für nahezu jede Graffiti-Entfernung auf ungestrichenen Untergründen wie Naturstein, Klinker oder Beton. Im ersten Schritt, der Farbentfernung, tragen wir einen passenden Graffiti-Entferner auf. Der bringt die bereits getrocknete Farbe wieder in einen flüssigen Zustand, sodass sie sich anschließend mit Heißwasser-Hochdruck aus dem Untergrund spülen lässt. Diesen Schritt wiederholen wir so oft, bis möglichst viel der ursprünglichen Farbe entfernt ist. Eine rückstandsfreie Entfernung erreicht man damit aber in den seltensten Fällen.

Deshalb folgt zweitens die Schatten-Entfernung. Bei porösen Untergründen bleiben nach dem ersten Schritt fast immer Farbschatten in den Poren zurück. Mit einem speziellen, alkalischen Schatten-Entferner lösen wir die verbliebenen Bindemittel der Farbe, sodass sich auch diese Reste mit Heißwasser-Hochdruck herausspülen lassen. Und drittens, falls dann noch ganz leichte Schatten oder einzelne Pigmentreste sichtbar sind, kommt die Pigment-Bleiche zum Einsatz. Das ist meist bei Filzmarker-Tinten nötig, die besonders feine Farbpigmente tief in den Untergrund einbringen.

Das Entscheidende an dieser Methode ist die Reihenfolge und das Zusammenspiel der drei Schritte, nur so lässt sich nahezu jedes Graffito, egal ob Sprühfarbe, Lack oder Marker, am Ende ohne Rückstände entfernen.

Wie wichtig sind Außentemperatur, Einwirkzeit und der Einsatz eines Heißwasser-Hochdruckgeräts für den Reinigungserfolg?

Ernst: Diese drei Faktoren entscheiden oft über Erfolg oder Misserfolg einer Graffiti-Entfernung, noch vor der Wahl des richtigen Produkts. Die Außentemperatur ist enorm wichtig, denn hier gilt die RGT-Regel: Eine Temperaturerhöhung um 10 °C verdoppelt die Reaktionsgeschwindigkeit der Chemie. Unter 15 °C reagieren die meisten Entferner kaum noch, man braucht dann deutlich längere Einwirkzeiten oder eine stärkere Chemie, wenn es der Untergrund zulässt. Die Einwirkzeit muss man genau im Blick haben. Ist sie zu kurz, bleiben Farbpigmente zurück und man muss unnötig oft nachreinigen. Ist sie zu lang oder trocknet die gelöste Farbe in der Sonne ein, zieht sie teilweise noch tiefer in den Untergrund ein, statt sich zu lösen.

Und das Heißwasser-Hochdruckgerät leistet hier sogar doppelte Arbeit: Es spült nicht nur die angelöste Farbe mechanisch aus dem Untergrund, sondern das heiße Wasser selbst liefert noch einmal einen zusätzlichen Temperaturschub für die Chemie – gerade an kalten Tagen oder im Schatten ein echter Vorteil, weil die Reaktionsgeschwindigkeit der eingesetzten Entferner dadurch noch einmal angekurbelt wird. Wichtig ist aber: Der Druck muss immer zum Untergrund passen, sonst kann zu starker Druck selbst zum Schadensfall werden. Alle drei Faktoren hängen voneinander ab. Ist die Temperatur niedrig, muss man mit Zeit oder Chemie ausgleichen – wer nur einen Hebel bedient, bekommt selten ein wirklich rückstandsfreies Ergebnis.

Sie unterscheiden zwischen temporärem, semipermanentem und permanentem Graffiti-Schutz. Können Sie uns diese drei Systeme gegenüberstellen?

Ernst: Das sind tatsächlich drei sehr unterschiedliche Ansätze. Der temporäre Schutz arbeitet mit einer Opferschicht auf Wachs- oder Polysaccharid-Basis. Optisch ist hier eine leicht sichtbare Veränderung der Oberfläche zu erkennen. Die Haltbarkeit liegt bei bis zu zwei Jahren, und die Reinigung erfolgt mit Heißwasser-Hochdruck, dabei wird die Opferschicht mitsamt dem Graffito einfach abgewaschen und muss danach komplett neu aufgetragen werden. Die Anschaffungskosten sind gering, dafür folgen Kosten für die Erneuerung.

Der semipermanente Schutz ist ein Imprägniersystem mit Schutzschicht, die man kaum sieht – die Oberfläche bleibt optisch fast unverändert. Er hält bis zu zehn Jahre, sollte aber nach etwa vier bis sechs Reinigungen erneuert werden. Die Reinigung läuft ebenfalls über Heißwasser-Hochdruck, eventuell mit Graffiti-Entferner. Auch hier sind die Kosten gering, ideal etwa für Naturstein im Denkmalschutz.

Der permanente Schutz schließlich kann entweder eine permanente Imprägnierung oder ein Lackschutzsystem sein. Optisch ist auch hier kaum eine Veränderung sichtbar, und beide Varianten bleiben bis zu zehn Jahre funktionsfähig, ganz ohne Erneuerung, denn es sind über hundert Reinigungen möglich. Bei der Imprägnier-Variante kommt zur Reinigung ggf. ebenfalls ein Heißwasser-Hochdruckgerät zum Einsatz, beim Lackschutzsystem reicht meist ein Graffiti-Entferner. Die Anschaffungskosten liegen im mittleren Bereich, dafür sind die Folgekosten minimal, weil eben nicht ständig nachgearbeitet werden muss. Welches System sich lohnt, hängt vom Untergrund und der erwarteten Häufigkeit der Anschläge ab, aber gerade bei Flächen mit hohem Risiko ist der permanente Schutz langfristig oft die wirtschaftlichste Lösung.

Sie bieten Seminare und mehrtägige Schulungen an. Was lernen Teilnehmer in diesen Kursen, was sie in keinem Datenblatt nachlesen können?

Ernst: Ein Datenblatt sagt Ihnen, welchen pH-Wert ein Produkt hat oder wie es angewendet wird, aber es zeigt Ihnen nicht, wie sich ein Graffito auf echtem, womöglich jahrzehntealtem Naturstein tatsächlich verhält, wenn Wind, Temperatur und Untergrundfeuchte nicht ideal sind.

In unseren Schulungen arbeiten die Teilnehmer mit einem komplett ausgestatteten Graffiti-Entfernungsfahrzeug live an echten Objekten mit teils schwierigen Untergründen. Sie lernen, im Moment zu entscheiden: Reicht die Einwirkzeit, oder muss ich nachlegen? Wie erkenne ich am Reaktionsverhalten, ob ich das richtige Mittel gewählt habe? Wann setze ich besser den Druck herunter?

Das ist genau das Wissen, das man sich nicht anlesen kann, sondern nur durch praktische Erfahrung unter Anleitung erfahrener Referenten gewinnt, und genau deshalb ist die Praxis bei uns auch ein eigener, mehrtägiger Bestandteil der Ausbildung zum Anwendungstechniker.

Wie wird sich das Thema Graffiti in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln?

Ernst: Bei den Farbmitteln sehen wir schon jetzt eine Entwicklung hin zu immer dünnflüssigeren und aggressiveren Tinten in Markern – die ziehen noch tiefer in poröse Untergründe ein als klassische Sprühlacke und werden uns in den nächsten Jahren vermutlich noch mehr Kopfzerbrechen bereiten. Gleichzeitig tauchen immer wieder neue Spezialfarben auf, etwa Bitumen- oder Unterbodenschutz-Sprays, Silbernitrat-Tinten oder Säure-Tinten, die mit Standardmitteln kaum zu entfernen sind und teils sogar den Untergrund selbst angreifen. Bei den Umweltauflagen wird sich der Trend, den wir bei Graffiti-Guard schon lange verfolgen, weiter verschärfen: weg von aggressiven Lösemitteln, hin zu biologisch abbaubaren, neutralen bis alkalischen Produkten. Ich gehe davon aus, dass bestimmte aggressive Inhaltsstoffe in den nächsten Jahren noch stärker reguliert oder ganz verboten werden – wer heute schon auf sichere, abbaubare Chemie setzt, ist hier klar im Vorteil. Bei den Schutzsystemen sehe ich die größte Entwicklung in Richtung noch leistungsfähigerer permanenter Beschichtungen, die mit immer weniger Aufwand immer mehr Reinigungszyklen überstehen.

Das Interview führte Andrea Schneider-Kober.

Autoreninfo

Udo Ernst ist seit 20 Jahren im Bereich Graffiti-Entfernung und Graffiti-Schutz tätig. Er ist Berater und Referent mit über 80.000 m² selbst ausgeführter Entfernungs-Erfahrung. Er verfügt über weitreichendes Profi-Wissen im Bereich Fassadenreinigung, Abwasserbehandlung und Gebäudereinigung.
www.graffiti-guard.de

Lernen auch Sie Die GebäudePraxis kennen

Probeheft kostenfrei testen oder direkt das Jahresabo bestellen.